KONFLIKTVERSTÄNDNIS/- UND BEFREIUNG
Einfach gesagt, ist ein Konflikt eine reibende Konfrontation. Man könnte sagen: eine Auseinandersetzung, in der wir uns nicht sicher, sondern unsicher fühlen.
Sprich: meist ist ein Konflikt eine Konfrontation mit uns und unseren inneren Widerständen/Unstimmigkeiten selbst. Ein Widerstand könnte z.B. sein, es nicht übers Herz zu bringen in einer Auseinandersetzung wirklich klar & überzeugt zu bennen:
- was wir brauchen,
- was wir uns wünschen
- welches Bedürfnis wir haben.
In einem jedoch übermäßigen Bedarf an Harmonie zu leben – z.B. Konflikte egal welcher Art zu vermeiden – kann ein Signal eines verletzten inneren Anteils (z.B. des verletzten Selbstwerts) sein. Ein Konflikt ist oft dann eine reibende Konfrontation, wenn sie in erster Linie an uns selbst reibt. Das heißt nicht, dass wir schuld sind, sondern, dass wir uns in dem Moment nackt und pur gegenübertreten. Heißt: wir spüren in uns Adrenalin oder Stress, der uns letztendlich Hinweise gibt: auf Gefühle, Emotionen, Werte, Grenzen, Beziehungen, Perspektiven, Verhalten, Wertschätzung, Missachtung.
Meist ist es auch die Angst davor, Sicherheit zu verlieren. Beziehungen zu Menschen ergeben ein soziales Netz und damit fühlen wir uns sicher, weil es uns Orientierung gibt. Orientierung bedeutet in dem Fall Halt und Stabilität und ein Umfeld, das wir kennen. Wenn „Verlust“ droht, können wir Meister darin sein, uns an dem festzuhalten, was uns nicht guttut, egal um welchen Preis. Die Folge kann hintergrundrauschender Stress sein, der sich als körperliche & seelische Beschwerde bemerkbar machen kann.
Um Erkenntnisse zu erlangen aus welchen Konfliktverhältnissen wir uns befreien möchten, dürfen wir vorher erkennen, dass wir durch ein Konflikt immer etwas für uns gewinnen, statt verlieren. Das zu wissen, nimmt den Druck aus der Unsicherheit.
Runtergebrochen ist ein Konflikt immer eine Einladung und Chance zu mehr Nähe. Entweder in der Beziehung zu uns selbst oder zu einem anderen Menschen.
KONFLIKTVERSTÄNDNIS
Bedeutet:
- mich und den anderen besser kennenzulernen
- dass jede kommunikative Herausforderung einen inneren emotionalen Anteil bedroht und wir häufig aus einer Überforderung reagieren.
- dass wir Klarheit über den Auslöser, die Entstehung, die eigenen Bedürfnisse & Werte erlangen
(welche Situation/welche Lücke führte zum Konflikt; gibt es einen blinden Fleck? Welche Werte sind mir/uns wichtig? Nach welchen richte ich mich aus oder nach welchen möchte ich mich künftig ausrichten? Gibt es etwas zum Nachjustieren meiner Einstellung (z.B. strenger/weicher/offener)).
- die Offenheit und Akzeptanz darüber, dass Spannungen uns dabei helfen können, sich persönlich zu entwickeln.
- dass, egal wie sehr wir bei uns bleiben es immer sein kann, dass die Art und Weise wie andere mit Konflikten umgehen nicht in unserer Macht liegt. Wir weder dafür verantwortlich noch schuld sind. Manchmal ist dein Gegenüber geistig/mental einfach komplett woanders unterwegs, als du. Wenn man sich auf unterschiedlichen emotional intelligenten Leveln (z.B. Absichten) befindet, kann eine Beziehung und dessen Auseinandersetzungen sehr toxisch sein/bleiben.
BEFREIUNG
Bedeutet:
- dass die Lösung des Konflikts nicht vorausgesetzt bzw. erzwungen werden muss.
(nicht jede Beziehung setzt voraus sich zu einigen. In dem Fall ist es selbstverständlich, sich aus diesen Verzwickungen befreien zu dürfen)
- Eine ehrliche & tiefere Reflexion deiner selbst.
(wird etwas in Dir getriggert? Die Emotionen & Körperreaktionen wahrnehmen)
- Reinfühlen in den Gegenüber und dessen möglichen Gründe für Widerstände (wichtig: dies bedeutet nicht, dem anderen recht zu geben)
(Dieser Punkt ist kein Muss. Wichtig ist erst mal bei sich zu bleiben. Für diejenigen die sehr empathisch sind, folgt eine Reflexion des Gegenübers meistens automatisch, um Reibungen und dessen möglichen Urpsrünge zu verstehen)
- Wahrhaftige Kommunikation/Mitteilung/Austausch.
(den Mut sich zu öffnen und Gefühle/Empfindungen teilen)
- Ursache & Wirkung: welche Konsequenzen ziehst du für Dich?
(Grenzen setzen bedeutet sich treu zu bleiben und entsprechend zu handeln). Folgende Schritte (bzw. Konsequenzen) kann es geben:
→ Weg-Option 1: Versöhnung mit seelischem Wachstum.
→ Weg-Option 2: den Mut und die Überwindung Abstand zu einem bestimmten Menschen einzunehmen mit ebenfalls seelischem Wachstum.
Beide Wege bieten die Chance näher hinzusehen. Weder Weg 1 noch Weg 2 sind richtig/falsch. Es geht darum wie stimmig sich etwas für Dich anfühlt.
Wenn Du dich von dem befreist, was dir langfristig schadet, entsteht Raum für das eigene Selbstwertgefühl und Souveränität. Und damit auch:
- die Chance durch Abstand zu wertvollen Erkenntnissen zu gelangen.
(was tut Dir gut, was nicht? Was willst du/was nicht?
- Raum für seelische Heilung.
(z.B. die Angst vor Verlust überwinden)
- Raum für Selbstfindung.
- Raum für Verständnis, weshalb dein Gegenüber so gehandelt haben könnte.
- Raum für aufrichtige Entschuldigungen.
- Raum für eine spätere Versöhnung, weil durch Stille/Ruhe beide Parts Zeit für sich hatten und die Emotionen das authentische Wesen nicht mehr überlagern
- Raum für Selbstsicherheit.
- Raum und Platz für wirklich nährreiche Beziehungen.
- Raum für die selbstsichere Entscheidungen langfristigen/endgültigen Abstand von toxischen Beziehungen einzunehmen.
- Raum für ein klares Nein, das gleichzeitig ein Ja zu dir ist (das hat nichts mit Rücksichtslosigkeit oder Selbstsüchtigkeit (Egoismus) zu tun, sondern ein Bewahren deiner Ressourcen!).
- Raum für Sehnsüchte und Verwirklichung.
- Raum für mehr Lebensenergie & emotionale Ausgeglichenheit.
