WAS IST EIN TRAUMA?

WAS IST EIN TRAUMA?
UND WO FÄNGT TRAUMA AN?

 

Im Kern ist ein Trauma ein emotionaler Schreck, der IN uns feststeckt. 

Wenn wir von Trauma sprechen, müssen wir nicht im Krieg oder ein Opfer eines schweren Verbrechens gewesen sein. Es geht um einen ausgelösten Schrecken IN Dir. Eine empfundene Gefahr/Bedrohung unserer inneren Sicherheit. Das spüren wir, wenn negatives Adrenalin durch die Decke geht, oder anhand anderer sehr deutlichen körperlichen Reaktionen (Schwitzen, Herzrasen, Angst, Verkrampfung, Blockade im Solarplexus, stockender Atem, Ausbruch von Emotionen, Fassungslosigkeit, Zittern, Kollaps, usw..

Der Instinkt eines Menschen bei Gefahr ist: Überleben. Es gibt 3 Überlebensmechanismen: Flucht, Kampf oder Starre. Wenn wir eine psychische Überwältigung erleben, rutschen wir in eins dieser Modi und starker Stress wird ausgelöst, um uns vor der Gefahr zu SCHÜTZEN. 

  • Fight (Kampf): Die Gefahr aktiv bekämpfen.
  • Flight (Flucht): Der Gefahr entkommen.
  • Freeze (Erstarren): Bewegung stoppen, Situation einschätzen, sich ggf. totstellen.
 

Fachlich ist ein Trauma eine unvollständige neuronale Verarbeitung äußerer Reize im Gehirn – also Erinnerungsfragmente. Wenn der Verarbeitungsprozess im Gehirn nicht „ordentlich“ ablaufen kann, existiert Chaos und die einzelnen Erinnerungsfragmente verteilen sich. Stell Dir ein Glas vor, das zerspringt – die Scherben zerstreuen sich. 

Und weil die Erinnerung UNvollständig verarbeitet wurde, können uns äußere Reize auf jeder Sinnesebene NEU an das Erlebte erinnern (Gerüche, Bilder, Worte, Gedanken, Geschmack, Gefühle). Der Alarmmodus aktiviert sich, unser Nervensystem wird WACH und das gesamte System rutscht erneut in Fight, Flight oder Freeze-Modi.

WORAN ERKENNE ICH, OB DA EIN TRAUMA SCHLUMMERT? 

 

Wenn belastende Erlebnisse nicht vollständig verarbeitet wurden, können sie sich später zeigen durch:

  • starke emotionale Reaktionen
  • Anspannung oder Unruhe
  • Vermeidungsverhalten
  • körperliche Schmerzen
  • Emotionale Distanzierung, als Schutzmechanismus vor Verletzungen
  • wiederkehrende Gedanken oder Bilder
  • Selbstzweifel oder seelische Blockaden
  • Angstzustände, Zwänge, Panikattacken, selbstschädigendes Verhalten
  • nervliche Zusammenbrüche
  • Depression
 
 

Ein Klassiker ist: in der Kindheit oder Jugend wurden wir ständig
kritisiert, nichts war gut genug. Dann kann es passieren, dass wir
später in eine Starre fallen, wenn uns jemand unbegründet doof von der Seite anmacht oder wir nicht konstruktiv & wertschätzend kritisiert werden.
Oft denken wir, wir seien nicht schlagfertig und wir ärgern uns
zusätzlich noch mehr über uns, weil uns erst VIEL SPÄTER einfällt, was
wir hätten sagen können. Unser System hat auf etwas REAGIERT, weil es sich
neu erinnerte und zack: wir sind in einen Stressreaktions-Mechanismus gerutscht: Starre. 

Viele Menschen funktionieren im Alltag gut – und tragen dennoch
unverarbeitete Erfahrungen in sich, die das Nervensystem (unseren Akku im Hintergrund) Energie abziehen, uns in unserer Stärke schwächen, in unserem Potential hindern und wir womöglich gewisse Reaktionen in uns fehl-interpretieren.

 

WIE ENTSTEHT EIN TRAUMA?

Der Mensch strebt nach SICHERHEIT. Das ist eines unserer psychischen Grundbedürfnisse neben 2. Selbstwerterhöhung, 2. Orientierung & Kontrolle, 3. Lustgewinnung. Werden diese Bedürfnisse bedroht, erfahren wir GEFAHR und unser Körper rutscht in den Alarmmodus.
Wichtig: Jeder reagiert unterschiedlich auf Situationen.

Ein Trauma entsteht also, wenn eine Erfahrung fühlbar so belastend ist und die Psyche in dem Moment kollabiert, weil sie sich nicht SICHER genug fühlt. Der Psyche fehlt sozusagen eine ausreichende Strategie zum Tragen der schweren Emotionen (Angst, Ekel, Trauer..).

Fehlt die nötige Strategie die starken Gefühle direkt „sauber“ zuzuordnen, rutschen wir in den Alarmmodus. Das ist keine Schwäche, sondern Überforderung und eine ganz natürliche Schutzreaktion unseres Nervensystems & Körpers.

Einfach erklärt: Begegnen wir einem Problem (Bedrohung) ohne innerliche Lösung (Ressource), passiert Erschütterung —> Trauma.

Oder anders: zu viel geladene Energie, aber kein Ventil!

BLEIBT EIN TRAUMA FÜR IMMER?

Egal was da ist, es ist änderbar.

Und genau dabei kann ich Dich unterstützen. ♥